Louna Sbou (she/they) ist Kulturunternehmerin, Kuratorin, Mentorin und Community-Organisatorin, deren Arbeit an der Schnittstelle von künstlerischer Praxis, politischer Bildung und sozialer Gerechtigkeit angesiedelt ist. Sie studierte Wirtschaftsrecht und Social Business in Deutschland und Großbritannien. Ihr Ansatz ist geprägt von ihren Lebenserfahrungen als queere Amazigh-Muslimin, wodurch ihre Praxis auf nicht-westlichen, kollektiven und verantwortungsbewussten Formen der Wissensproduktion und Führung basiert.
Sie ist Mitbegründerin und Leiterin von Oyoun, einem hybriden, antidisziplinären Kunst- und Kulturzentrum in Berlin. Unter ihrer Leitung ist Oyoun zu einem international vernetzten Raum für dekoloniale, queer*feministische und klassenkritische Praxis gewachsen, der kontinuierlich öffentliche Programme und transnationale Kooperationen umsetzt. Bei Oyoun begleitet sie das Team durch Herausforderungen wie die Verteidigung künstlerischer Freiheit und institutioneller Autonomie unter politischem Druck, indem sie kulturelle Praxis mit rechtlichen, organisatorischen und ressourcenbasierten Strategien kombiniert.
Lounas kuratorische, pädagogische und Community-Arbeit erstreckt sich über Europa, die SWANA-Region, Ostasien und Afrika. Sie gibt Workshops und hält Vorträge, zuletzt u. a. im Taipei Museum of Contemporary Art, Sandberg Instituut Amsterdam, Universität der Künste Berlin, Sophia University Tokyo, West Den Haag, Ubumuntu Arts Festival Kigali, Taring Padi Yogyakarta und Transeurope Festival Paris. Sie erhielt Residenzstipendien in Japan, Deutschland, Spanien und Griechenland und ist Changemaker for Democracy Fellow (2024/25).
Neben ihrer kulturellen Praxis ist sie Vorständin bei European Alternatives, berät das Programm Erasmus for Young Entrepreneurs (EU), mentoriert Künstler*innen und Kulturschaffende weltweit und engagiert sich als Organisatorin und Deckmitglied der Global Sumud Flotilla nach Gaza. Ihr Schwerpunkt liegt auf dem Aufbau kultureller Infrastrukturen, die soziales Kapital generieren, Solidarität fördern und hegemoniale Macht- und Führungsmodelle in Frage stellen.

