Liebe Freund:innen,
dank der Berlinale haben jetzt wahrscheinlich alle verstanden, warum wir bei Zeit zu reden im März 2026 ausführlich über den deutschen Kultur- und Literaturbetrieb sprechen.
Am Dienstag, den 10. März sind wir zu Gast bei Kampnagel in Hamburg. Da geht es um das Selbstverständnis von Künstler:innen: Gehört dazu, sich gegen Unterdrückung und für Menschenrechte einzusetzen und mit verfolgten Kolleg:innen zu solidarisieren – auch um die eigene künstlerische Freiheit zu verteidigen? Oder fällt das unter Bekenntniszwang? Welche gesellschaftlichen und politischen Folgen hat es, wenn aus Angst, als „israelfeindlich“ oder „antisemitisch“ diffamiert zu werden, Konferenzen, Theaterinszenierungen, Konzerte und Ausstellungen abgesagt oder gar nicht erst geplant werden? Und wie können Künstler:innen zurückfinden zu einer Sprache, die das Leid und die Rechte aller Menschen thematisiert? Es diskutieren Michael Barenboim, Sami Khatib, Susan Neiman und Kathrin Peters.
Am Sonntag, den 22. März sind wir auf die Leipziger Buchmesse eingeladen. Dort geht es – wenig überraschend – um den gespaltenen Literaturbetrieb in Deutschland. Braucht es gegenüber Israel deutlichere Kritik oder mehr Solidarität? Sollten deutsche Schriftsteller:innen ihre Stimme erheben, um auf der Grundlage der deutschen Geschichte ein „Nie wieder für alle egal wo“ zu postulieren oder eine besondere Verantwortung für den jüdischen Staat Israel anzumahnen? Die Fronten sind verhärtet, manche sprechen von Kulturkampf. Warum fällt es ausgerechnet Literat:innen so schwer, Kontroversen mit Worten auszutragen? Unsere Gäste sind Esther Dischereit, Tobias Haberkorn, Nora Haddada.
Dazwischen ist Zeit zu reden natürlich auch in Berlin zu sehen. Am Donnerstag, den 19. März sprechen wir in der Berliner Spore Initiative über den Kampf internationaler Protestbewegungen um Aufmerksamkeit. Warum erfahren manche mehr Unterstützung und Solidarität als andere? Warum ist aus der Palästinasolidarität eine globale Bewegung geworden, was gelingt der „Frau, Leben, Freiheit“-Kampagne besser als anderen und wie organisiert man in kurzer Zeit grenzüberschreitende Aktionen wie für die Kurd:innen in Rojava? Welche Strategien könnten dabei helfen, gemeinsam zu mobilisieren, statt Solidarität zu hierarchisieren? Auf dem Panel diskutieren Dilara Lorin, Gilda Sahebi, Tareq Sydiq und Anna Younes, moderiert von der SZ-Redakteurin Sonja Zekri.
Wir freuen uns über die Verstärkung und auf neue und vertraute Gesichter – auch in Hamburg und Leipzig.
Herzlich grüßt das
Zeit zu reden Team
Ido Arad, Haig Ghokassian & Kristin Helberg

