Liebe Freunde,
dank der Berlinale haben jetzt wahrscheinlich alle verstanden, warum wir bei Zeit zu reden im März ausführlich über den deutschen Kultur- und Literaturbetrieb sprechen.
Am Dienstag, den 10. März sind wir zu Gast bei Kampnagel in Hamburg. Da geht es um das Selbstverständnis von Künstler:innen: Gehört dazu, sich gegen Unterdrückung und für Menschenrechte einzusetzen und mit verfolgten Kolleg:innen zu solidarisieren – auch um die eigene künstlerische Freiheit zu verteidigen? Oder fällt das unter Bekenntniszwang? Welche gesellschaftlichen und politischen Folgen hat es, wenn aus Angst, als „israelfeindlich“ oder „antisemitisch“ diffamiert zu werden, Konferenzen, Theaterinszenierungen, Konzerte und Ausstellungen abgesagt oder gar nicht erst geplant werden? Und wie können Künstler:innen zurückfinden zu einer Sprache, die das Leid und die Rechte aller Menschen thematisiert?
Am Sonntag, den 22. März sind wir auf die Leipziger Buchmesse eingeladen. Dort diskutieren wir – wenig überraschend – über den gespaltenen Literaturbetrieb in Deutschland. Braucht es gegenüber Israel deutlichere Kritik oder mehr Solidarität? Sollten deutsche Schriftsteller:innen ihre Stimme erheben, um auf der Grundlage der deutschen Geschichte ein „Nie wieder für alle egal wo“ zu postulieren oder eine besondere Verantwortung für den jüdischen Staat Israel anzumahnen? Die Fronten sind verhärtet, manche sprechen von Kulturkampf. Warum fällt es ausgerechnet Literat:innen so schwer, Kontroversen mit Worten auszutragen?
Dazwischen ist Zeit zu reden natürlich auch in Berlin zu sehen. Am Donnerstag, den 19. März sprechen wir in der Berliner Spore Initiative über den Kampf internationaler Protestbewegungen um Aufmerksamkeit. Warum erfahren manche mehr Unterstützung und Solidarität als andere? Warum ist aus der Palästinasolidarität eine globale Bewegung geworden, was gelingt der „Frau, Leben, Freiheit“-Kampagne besser als anderen und wie organisiert man in kurzer Zeit grenzüberschreitende Aktionen wie für die Kurd:innen in Rojava? Welche Strategien könnten dabei helfen, gemeinsam zu mobilisieren, statt Solidarität zu hierarchisieren? Das Panel in Berlin wird erstmals von der SZ-Redakteurin Sonja Zekri moderiert, wir freuen uns über die Verstärkung!
Zeit zu reden: Abwesend, erstarrt, verstummt – der Kulturbetrieb und Gaza
Mit Michael Barenboim, Sami Khatib, Susan Neiman, und Kathrin Peters.
Moderiert von Kristin Helberg
Datum: 10. März 2026, 19:00 – 22:00
Ort: Kampnagel, Jarrestraße 20, 22303 Hamburg
Eintritt: Ticket
Zeit zu reden: Kampf um Aufmerksamkeit.
Mit Dilara Lorin, Gilda Sahebi, Tareq Sydiq und Anna Younes.
Moderiert von Sonja Zekri
Datum: 19. März 2026, 19:00 – 22:00
Ort: Spore Initiative, Hermannstraße 86, 12051 Berlin
Eintritt frei
Zeit zu reden: Kulturkampf als Nabelschau – die deutsche Literaturwelt und Gaza
Mit: Esther Dischereit, Tobias Haberkorn, Nora Haddada .
Moderiert von Kristin Helberg
Datum: 22. März 2026, 15:00 – 17:00
Ort: Leipziger Messe GmbH, Messe-Allee 1, 04356 Leipzig
Eintritt: Ticket
Falls Sie die bisherigen Podiumsdiskussionen verpasst haben (u.a. zu den Themen Staatsräson, Antisemitismus, Polizeigewalt, Muslime in Deutschland, Völkerrecht, Erinnerungskultur, Recht auf Widerstand, Palästinasolidarität, Genozid und Zivilgesellschaft), können Sie diese auf unserem YouTube-Kanal Youtube-Link anschauen.
Weitere Informationen zu unserer Arbeit finden Sie auf unserem Instagram-Account und unserer Website www.zeitzureden.org.
Wir freuen uns auf neue und vertraute Gesichter – auch in Hamburg und Leipzig.
Herzlich grüßt das
Zeit zu reden Team
Ido Arad, Haig Ghokassian & Kristin Helberg

