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Konstruktiver Austausch statt inszenierter Streit in Hamburg

16. March 2026

Liebe Freund:innen,

warum spielt Michael Barenboim nicht nur Bachsonaten? Warum spricht Sami Khatib nicht mehr von Antisemitismus, wenn es um Judenhass geht? Warum ist für Susan Neiman Gaza das neue Vietnam? Und warum muss gerade der deutsche Staat laut Kathrin Peters staatskritische Kunst und Kultur finanzieren?

In der Theaterfabrik Kampnagel haben wir am 10.03. über den deutschen Kulturbetrieb und Gaza diskutiert und ein fantastisches Publikum erlebt: Mehr als 200 Menschen – interessiert, kritisch und engagiert – haben zugehört und anschließend ihre Erfahrungen geteilt und mitdiskutiert. Großer Dank an das Team von Kampnagel für die professionelle Zusammenarbeit und das schöne Setting.

Mit dabei waren auch Kollegen vom Hamburger Abendblatt und von DLF-Kultur, wir freuen uns über das Interesse (ihre Berichte finden sich auf unserer Webseite). Weil manche offensichtlich mehr Kontroverse erwartet hatten, hier eine paar Sätze zu dem, was wir bei Zeit zu reden machen.

Unsere Diskussionen dienen nicht der Inszenierung von Streit, sondern dem konstruktiven Austausch. Bei vielen Themen geht es nicht um möglichst konträre Meinungen, sondern darum, dass unsere Panelist:innen aus verschiedenen Perspektiven auf ein Thema schauen, das dadurch mehr Tiefgang und Schärfe bekommt. Dabei können sie durchaus ähnliche Schlussfolgerungen ziehen, denn im Mittelpunkt stehen bei uns menschenrechtlich begründete Sichtweisen und faktenbasierte Analysen. Wir wollen also gerade nicht diejenigen Positionen reproduzieren, die ohnehin den öffentlichen Diskurs dominieren, sondern zeigen, dass Expert:innen mit sehr unterschiedlichem Profil zu anderen Ansichten kommen.

Für die Veranstaltung in Hamburg bedeutete das, dass wir keinen Kulturschaffenden auf der Bühne hatten, der Palästinafahnen und Kufiyas für „Israel-Hass“ hält oder die heimliche Überprüfung von Fördergeldempfängern durch den Verfassungsschutz befürwortet. Dafür gab es eine Diskussion darüber, ob es sich noch lohnt, um die Deutungshoheit des Antisemitismusbegriffs zu streiten und was unkündbare Professor:innen davon abhält, sichtbar und laut für Kunst- und Wissenschaftsfreiheit einzutreten.

Auch diese Woche freuen uns wieder auf neue und vertraute Gesichter – in Berlin und in Leipzig.

Herzlich grüßt das

Zeit zu reden Team

Ido Arad, Haig Ghokassian & Kristin Helberg

‘Zeit zu reden’ brings people together to talk about difficult topics in a factual, honest and proven way. The idea is to share knowledge, challenge entrenched patterns of argument, question certainties and recognise other perspectives.

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